HR Data Dudes

Einfache Wege zum Arbeiten mit Zahlen, Daten, Fakten in Recruiting, Personalmarketing und Employer Branding

#87: Entgelttransparenz aus der Innenperspektive

mit Tim Verhoeven und Björn Boldt

Veröffentlicht am 05.11.2026 / 05:00

Anmerkungen

Über Gehaltstransparenz im Recruiting haben wir schon gesprochen. Diesmal drehen wir die Perspektive um: Was bedeutet Entgelttransparenz eigentlich innerhalb eines Unternehmens?

Dafür hat Tim mit Björn, unserem Compensation-&-Benefits-Experten bei den HR Data Dudes, genau den richtigen Gesprächspartner dabei. Gemeinsam schauen wir darauf, was HR jetzt konkret vorbereiten kann – auch wenn noch längst nicht jede Detailfrage geklärt ist.


Und der Handlungsbedarf ist nicht gerade klein: In einer Aon-Befragung hielten nur 13 % der befragten Verantwortlichen ihr Unternehmen für vorbereitet. Noch spannender: Nur rund 48 % verfügten über einen robusten Prozess zur Bewertung von Jobs.


Wir sprechen unter anderem darüber:

  • warum gleiche Jobtitel noch lange keine gleichwertige Arbeit bedeuten
  • wie Kompetenzen, Verantwortung, Anforderungen und Arbeitsbedingungen helfen können, Jobs vergleichbar zu machen
  • warum Jobarchitektur und Job Grading plötzlich enorm relevant werden
  • weshalb Gehaltsunterschiede nicht automatisch problematisch sind – willkürliche Unterschiede aber schon
  • wo Daten Inkonsistenzen sichtbar machen und wo daraus echte Managemententscheidungen werden
  • warum Entgelttransparenz bestehende Probleme nicht erzeugt, sondern sie häufig erst sichtbar macht
  • und weshalb „Unsere Daten sind noch nicht gut genug“ keine Dauerausrede sein sollte.

Natürlich sprechen wir auch über den viel diskutierten Daimler-Truck-Fall und darüber, warum Unternehmen nicht darauf warten sollten, bis sämtliche gesetzlichen Details abschließend geklärt sind. Wichtig: Wir sind keine Juristen und diese Folge ersetzt keine Rechtsberatung.


Leseempfehlung:


Besonders praktisch wird es zum Schluss: Was kann ein Unternehmen in den nächsten vier bis acht Wochen konkret tun?


Björn empfiehlt im Kern drei Schritte:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Gehalts-, Job- und Personaldaten haben wir überhaupt?
  2. Jobarchitektur prüfen: Können wir gleiche und gleichwertige Arbeit nachvollziehbar bestimmen?
  3. Vergütung analysieren: Welche Unterschiede können wir objektiv erklären – und welche nicht?

Am Ende solltet ihr drei Fragen beantworten können:

Wo sind wir ready? Wo haben wir ein Datenproblem? Und wo haben wir ein Vergütungsproblem?


Die wichtigste Botschaft dieser Folge ist entsprechend simpel:

Fangt an.


Nicht perfekt. Nicht vollständig. Aber jeder Schritt, den ihr heute macht, ist einer, den ihr später nicht unter Zeitdruck nachholen müsst.


🎧 Viel Spaß mit der neuen Folge HR Data Dudes!